An Ölands Nordwestküste bei Byrum steht das einzige Raukfeld der Insel: rund 120 Kalksteinsäulen, die vom Meer aus dem Fels herausgearbeitet wurden und wie steinerne Wächter am Strand aufragen. Es ist das am besten ausgeprägte Raukgebiet Ölands und seit 1935 als Naturreservat geschützt.
Was dich erwartet
Die Säulen verteilen sich über rund 600 m Strand auf etwa 3 Hektar. Im südlichen Teil werden sie bis zu 4 m hoch, im nördlichen Teil bleiben sie bei etwa 1 m. Wer Gotlands berühmte Raukar kennt, findet hier kleinere, aber genauso eigenwillige Formen – Öland hat sonst nirgends ein vergleichbares Feld.
Der Untergrund ist fossilreich: Im Kalkstein stecken versteinerte Orthoceren und Reste von Trilobiten. Schön zu sehen, aber bitte liegen lassen – das Sammeln oder Abklopfen von Fossilien ist im Reservat verboten.
Wie die Raukar entstanden
Der Kalkstein bildete sich vor über 490 Millionen Jahren in einem warmen, flachen Meer. Aus diesen Schichten hat die Brandung über Jahrmillionen das weichere Gestein weggespült und nur die harten Partien stehen lassen – so wuchsen die skulpturartigen Säulen. 1935 wurde das Gebiet zum Naturreservat erklärt, um Ölands bestausgeprägtes Raukfeld und diesen geologischen Landschaftsabschnitt zu bewahren.
Anfahrt und Parken
Das Reservat liegt rund 8 km nordöstlich von Löttorp. Anfahrt über Löttorp (ca. 8 km) oder über Böda (ca. 6 km), danach der Beschilderung „Raukar” folgen. Parkplätze gibt es südlich des Raukgebiets sowie im Norden bei Byrums Sandvik; dort steht eine von der Gemeinde Borgholm betriebene Besuchertoilette.
- Nördlich von Byrums Sandvik liegt ein Stellplatz für bis zu 18 Wohnmobile – nur tagsüber nutzbar.
- Für Klasse-II-Fahrzeuge und Anhänger gilt zwischen 23 und 4 Uhr Parkverbot.
- Vom Parkplatz führt ein kurzer Weg direkt an den steinigen Strand mit den Säulen.
Eine Übersicht zur Anreise auf die Insel findest du im Anreise-Guide, die richtige Jahreszeit im Reisezeit-Überblick.
Praktisches für den Besuch
Plane 30 bis 60 Minuten ein – als Fotostopp auf der Fahrt entlang der Westküste genügt das. Der Strand ist steinig, festes Schuhwerk ist sinnvoll. Schatten gibt es kaum, an heißen Tagen also an Sonnen- und Windschutz denken. Am eindrucksvollsten wirken die Raukar im warmen Abendlicht, empfohlen etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Im Reservat gilt das Allemansrätten mit Einschränkungen: Bodeneingriffe, Sprengung, Wegebau und die Entnahme von Strandkies sind verboten. Hunde müssen an der Leine bleiben; zwischen 1. März und 20. August gilt landesweit eine verschärfte Aufsichtspflicht.
Kombinieren mit Nachbarzielen
Byrums Raukar liegen mitten im Norden Ölands und lassen sich gut mit weiteren Zielen verbinden:
- Böda Sand – einer der schönsten Sandstrände der Insel, wenige Kilometer entfernt.
- Trollskogen – der „Zauberwald” an der Nordspitze mit windgekrümmten Kiefern.
- Långe Erik – der nördliche Leuchtturm Ölands.
- Direkt nördlich schließt der Badestrand Byrums Sandvik an; in der Umgebung liegen außerdem Neptuni åkrar und die Kirchenruine Källa ödekyrka.
Wer mehr Natur sucht, findet weitere Tipps im Natur-Guide; für Reisende mit Hund lohnt der Blick in Urlaub mit Hund.