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Öland in Zahlen & Fakten

Größe, Klima, Windmühlen, Welterbe, Königsschloss und Inselküche – die belegten Fakten über Schwedens Sonneninsel kompakt und nachvollziehbar erklärt.

Von oeland.de Redaktion · Reiseredaktion

Inhalt

Ein paar Zahlen und Fakten helfen, Öland einzuordnen – sie erklären, warum die flache Insel im Kalmarsund so anders ist als der schwedische Festlandsalltag und warum sie im Sommer so voll wird. Hier sind die wichtigsten Eckdaten, belegt und ohne Schönfärberei.

Lage und Größe

Öland liegt im Kalmarsund vor der Südostküste Schwedens und ist nach Gotland die zweitgrößte Insel des Landes. Sie ist auffällig lang und schmal: weit über 130 Kilometer von der Süd- zur Nordspitze, aber nur wenige Kilometer breit. Das Gelände ist flach, der höchste Punkt liegt nur gut 50 Meter über dem Meer – ein Grund, warum sich die Insel so gut zum Radfahren eignet (mehr dazu im Guide Radfahren auf Öland).

Seit 1972 ist Öland fest mit dem Festland verbunden. Am 30. September jenes Jahres wurde die Ölandbrücke (Ölandsbron) über den Kalmarsund eröffnet; sie löste die Fährverbindung ab und beschleunigte den Massentourismus erheblich. Details zur Brücke selbst stehen unter Ölandbrücke.

Sonneninsel – das Klima in Zahlen

Öland trägt den Beinamen „Sonneninsel” nicht zufällig. Die Insel hat ein gemäßigtes ozeanisches Klima und gehört zu den sonnenreichsten und trockensten Regionen Schwedens – mit rund 2.095 Sonnenstunden pro Jahr. Der Jahresniederschlag liegt bei nur etwa 400 mm, sehr wenig für schwedische Verhältnisse.

  • Trockenste Zeit – Februar bis April mit nur rund 20 mm Niederschlag pro Monat.
  • Feuchtester Monat – der Juli mit etwa 50 mm.
  • Wärmster Monat – der Juli mit im Schnitt rund 18,5 °C.
  • Kältester Monat – der Februar mit im Schnitt rund 0,7 °C.
  • Sonnigster Monat – der Juni.

Das milde, trockene Klima ist der eigentliche Grund für den Tourismus: Schon um 1900 kamen Gäste wegen der „gesunden Öland-Luft” mit dem Dampfschiff aus Stockholm. Wie sich Wetter und Saison übers Jahr verteilen, steht im Guide Wetter & Klima auf Öland und in der besten Reisezeit.

25.000 oder 300.000 Menschen – je nach Jahreszeit

Kaum eine Zahl beschreibt Öland besser als der Unterschied zwischen Winter und Sommer. Ganzjährig leben rund 25.000 Festeinwohner auf der Insel. Im Sommer schwillt die Bevölkerung auf geschätzt rund 300.000 Menschen an, weil Ferienhausbesitzer und Urlauber dazukommen.

Insgesamt zieht Öland nach Schätzungen der Tourismusorganisation rund 3 Millionen Besucher pro Jahr an, fast alle in der Sommersaison. Über die Hälfte aller Gäste der gesamten Region Kalmar län kommt nach Öland; der Tourismus setzt jährlich über 1,3 Milliarden Kronen um. In Zufriedenheitsmessungen erzielte Öland mehrere Jahre in Folge den höchsten Weiterempfehlungswert (NPS) aller untersuchten schwedischen Reiseziele. Die genannten Besucherzahlen sind Schätzungen der Tourismusorganisation, keine amtliche Statistik – als Größenordnung machen sie das Saisongefälle aber gut greifbar.

Rund 350 Windmühlen

Kein Bild prägt Öland so sehr wie die Windmühle. Im 19. Jahrhundert drehten sich hier so viele wie kaum sonst in Europa: Auf dem Höchststand 1822 zählte man 1.677 Mühlen. Heute sind nach der Inventur der 2008 gegründeten Mühlenvereinigung noch rund 350 erhalten (genau 351).

  • Die große Mehrheit sind Bockwindmühlen (schwedisch stubbkvarnar) – die kleinen, drehbaren Holzmühlen, die das offene Land prägen.
  • Um 1900 gab es etwa 30 größere Holländermühlen; davon sind heute noch rund zehn erhalten.
  • Bei Lerkaka stehen fünf restaurierte Windmühlen in einer Reihe – ein bekanntes Ensemble, mehr dazu unter Lerkaka.
  • Sandviks Kvarn, rund 30 Kilometer nördlich von Borgholm, ist eine der größten Windmühlen Nordeuropas, mit Restaurant und Museum in den oberen Stockwerken.
  • Restauriert und besuchbar sind außerdem die Mühle in Grönhögen und die Kalkstein-Mühle in Jordhamn.

Wie viele der erhaltenen Mühlen heute noch tatsächlich mahlen könnten, ist nicht belegt; gesichert ist die Zahl der erhaltenen Bauwerke. Einen Überblick zu Routen und Geschichte gibt der Guide Windmühlen auf Öland.

UNESCO-Welterbe Südöland

Seit dem Jahr 2000 ist die Agrarlandschaft Südöland (Agricultural Landscape of Southern Öland) als UNESCO-Welterbe eingeschrieben – ein häufiges Missverständnis ist, dass nur das Stora Alvaret geschützt sei. Tatsächlich umfasst das Welterbe die gesamte südliche Kulturlandschaft, eingetragen unter den Kriterien (iv) und (v).

Ihr Herzstück ist das Stora Alvaret, eine karge Kalksteinebene von über 260 km² – die größte Alvar-Fläche Europas. Die Auszeichnung würdigt eine über 5.000 Jahre kontinuierlich genutzte, an die dünnen Kalksteinböden angepasste Kulturlandschaft. Mehr dazu unter Stora Alvaret und im Überblick zur Natur Ölands.

Sommersitz der Könige

Bei Borgholm steht Solliden (Sollidens slott), seit seiner Fertigstellung 1906 die Sommerresidenz des schwedischen Königshauses und heute Privatbesitz von König Carl XVI. Gustaf. Das Wohngebäude selbst ist nicht zugänglich – öffnen kann man von Mai bis September an ausgewählten Tagen nur den Schlosspark mit Gärten und Ausstellungen.

Solliden ist bis heute in aktiver Nutzung: Kronprinzessin Victoria feiert dort alljährlich im Juli ihren Geburtstag, zuletzt am 14. Juli 2025 im Kreis der Familie – die jüngste dokumentierte Visite des Königshauses auf der Insel. Die Fertigstellung der Residenz 1906 gab dem damals jungen Bade- und Kurtourismus in Borgholm zusätzlich Auftrieb. Praktische Infos zum Besuch stehen unter Schloss Solliden.

Kroppkakor – das Inselgericht

Ölands typisches Gericht sind die Kroppkakor, Kartoffelklöße, gefüllt mit gepökeltem Schweinefleisch und Zwiebeln und serviert mit Preiselbeeren und brauner Butter. Sie gelten traditionell als Ölands National- und Landschaftsgericht und sind schon Mitte des 18. Jahrhunderts als „öländisches Gericht” belegt. Die öländische Variante nutzt sowohl rohe als auch gekochte Kartoffeln, wodurch die Klöße grauer ausfallen als die helleren småländischen.

Der Status als offizielle Landschaftsrätt ist allerdings umstritten: Ein Kochbuch zu Schwedens Landschaftsgerichten ersetzte 2023 die Kroppkakor als Ölands Hauptgericht, was lokal für Aufruhr sorgte – als Alternative wird häufig das Gericht „lufsa” genannt. Bekannte, authentische Adressen sind unter anderem Arontorps Kroppkakor und Ninnis Kroppkaksbod, der einzige im White Guide gelistete Kroppkaka-Produzent. Wo man sie auf der Insel am besten isst, steht im Guide Essen & Trinken auf Öland.

Die Insel mit dem Rad umrunden

Wer Ölands Geografie wirklich begreifen will, fährt sie ab: Die offizielle Hauptradroute, der Ölandsleden, umrundet mit insgesamt rund 450 Kilometern die ganze Insel – vom Leuchtturm Långe Jan im Süden bis zum Leuchtturm Långe Erik im Norden. Sie gliedert sich in zwei Hauptabschnitte (rund 113 km und 90 km) sowie mehrere frei wählbare Etappen.

Die Route führt an 75 Naturreservaten, einem Ekopark und dem UNESCO-Welterbe vorbei. Der nördliche Teil verläuft überwiegend auf kleinen, oft autofreien Straßen; der südliche muss sich streckenweise verkehrsreiche Hauptstraßen teilen. Eine offizielle, einheitliche Schwierigkeitsbewertung gibt es nicht – die Streckenführung und der flache Untergrund machen die Insel aber zu einem der beliebtesten Radziele Schwedens. Mehr im Guide Radfahren auf Öland; eine Übersicht der Top-Ziele bieten die Sehenswürdigkeiten auf Öland.

Häufige Fragen

Warum gilt Öland als Sonneninsel?+

Öland gehört zu den sonnenreichsten und trockensten Regionen Schwedens mit rund 2.095 Sonnenstunden pro Jahr. Der Jahresniederschlag liegt bei nur etwa 400 mm – sehr wenig für schwedische Verhältnisse. Der sonnigste Monat ist der Juni, am trockensten ist es von Februar bis April.

Wie viele Windmühlen gibt es auf Öland?+

Heute sind rund 350 Windmühlen erhalten – eine Inventur der 2008 gegründeten Mühlenvereinigung zählte 351. Auf dem Höchststand 1822 standen 1.677 Mühlen auf der Insel. Die meisten sind Bockwindmühlen; restaurierte und teils besuchbare Mühlen findet man unter anderem bei Lerkaka, in Sandvik, Grönhögen und Jordhamn.

Was genau ist auf Öland UNESCO-Welterbe?+

Seit dem Jahr 2000 ist die gesamte Agrarlandschaft Südöland als Welterbe eingeschrieben, nicht nur das Stora Alvaret. Diese karge Kalksteinebene ist mit über 260 km² die größte Alvar-Fläche Europas und Teil des Welterbegebiets, das eine seit über 5.000 Jahren genutzte Kulturlandschaft würdigt.

Kann man das Königsschloss Solliden besichtigen?+

Das Wohngebäude selbst nicht – Solliden bei Borgholm ist Privatbesitz von König Carl XVI. Gustaf und seit 1906 Sommerresidenz des Königshauses. Öffentlich zugänglich ist von Mai bis September an ausgewählten Tagen nur der Schlosspark.